Borderline | Der Schrei nach Aufmerksamkeit

Ausweg statt Ausweglosigkeit

Ritzen, schlagen, verbrennen


Für Borderliner eine Erleichterung, für Außenstehende eher unverständlich, für echte Freunde und Familienmitglieder zugleich Verzweiflung und Hilflosigkeit pur: Die Selbstverletzung.


Warum eigentlich?

Mit allein 3 bis 4 Millionen Patienten in Deutschland, sollte der richtige Umgang mit Borderlinern fast schon zum Allgemeinwissen und damit zur Selbstverständlichkeit gehören. Borderline ist keine seltene Krankheit. Borderliner kreuzen stets und ständig unseren Weg. Sie sind nebenan, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Schwimmbad. Überall. Schneiden oder ritzen sich Borderliner an den Armen oder Beinen, so verdecken sie die Narben im Sommer häufig mit langen Kleidungsstücken. Früher oder später fällt das auf. Überall. Man muss es nur sehen wollen. Andere Borderliner hingegen tragen ihre Narben, weil "verdeckt" niemand hinschaut, sogar erstaunlich provokativ offen zur Schau. - Schau hin, ich leide "wie ein Hund" und verschaffe mir mit Verletzungen kurzfristig immer wieder mal ein paar Sekunden Erleichterung, wollen sie uns damit sagen. Also bitte, schau(t) hin! Neben Ritzen, einer der häufigsten Form der Selbstverletzungsmethoden, gehört dabei das Verbrennen, Verätzen sowie Schläge gegen die Wand oder das Schlagen mit Gegenständen zum Repertoire der Betroffenen. Mediziner nennen das abgekürzt SVV. Unter "selbstverletzendem Verhalten" (SVV) fallen alle Handlungen, bei denen es zu einer bewussten Schädigung der Körperoberfläche kommt.

[SVV Handlungen werden in Deutschland von der Gesellschaft vornehmlich nicht akzeptiert, Betroffene vehement abgewertet und ausgegrenzt. Bis den Betroffenen dann endlich einmal Hilfe widerfährt, vergeht daher leider auch viel zu häufig unnötig viel Zeit. Zeit voller Verachtung und Abkehr. Das ist eine Schande, denn Selbstverletzung tritt als Symptom einer psychischen Störung oder Erkrankung auf - oder als Reaktion auf ein nicht oder noch nicht ausreichend therapiertes Traumata. Selbstverletzung entsteht nicht aus Langeweile.]


SVV ist kein eigenständiges Krankheitsbild

Mangelndes Selbstwertgefühl, Angst- oder Zwangsstörungen, Alkoholsucht, Tablettensucht, Depressionen, Essstörungen und dergleichen mehr, sind bei Borderlinern keine Seltenheit. Besonders häufig ist unter den Betroffenen die Anzahl an Jugendlichen. Borderline-Persönlichkeitsstörungen begleiten viele Pubertierende ins Erwachsenwerden. Sie schreien quasi nach Aufmerksamkeit und Hilfe. - Hilfe, die von der Gesellschaft, den sogenannten Freunden und oder der eigenen Familie kommen sollte. Gefragt und ungefragt. Denn aus eigener Kraft und Erfahrung kommen die meisten Borderliner nicht mehr aus dem "SELBSTZERSTÖRENDEN Verhalten" [SVV] heraus.


Als Familientherapeut und Suchtexperte stehe ich Betroffenen, die sich diskret psychologisch begleiten lassen wollen, bei Fragen gerne zur Verfügung. Rufen Sie mich an: 01522 9855538